Gestresst, aber glücklich



Studie: Selbstständige sind zufriedener als ihre angestellten Mitbürger

(djd). Existenzgründer sind ein entscheidendes Element im Hinblick auf die Vitalität und Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft – bei der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze sind sie unverzichtbar. „Nur durch die Konkurrenz neuer Unternehmen entstehen Innovationen; ein stets notwendiger Strukturwandel wird dadurch entscheidend gefördert“, betont Oliver Schönfeld vom Verbraucherportal Ratgeberzentrale.de. Generell müssten Selbstständige mutig sein und an den Erfolg ihrer Geschäftsidee glauben – und nicht zuletzt den Willen mitbringen, viel Zeit zu investieren. „Selbstständige kommen zwar oftmals auf ein etwas höheres Durchschnittseinkommen als angestellte Arbeitnehmer. Dafür arbeiten sie im Durchschnitt aber auch deutlich mehr“, so Schönfeld. Diese Erkenntnisse zur Selbstständigkeit werden durch den aktuellen Jahresbericht „flexibility@work“ der Randstad Holding bestätigt.

Zahl der Selbstständigen in Deutschland leicht gestiegen

Die Studie beschäftigt sich mit dem Thema Existenzgründung während der sogenannten Finanzkrise von 2008 bis 2014. In den meisten Ländern der Europäischen Union ist der Anteil an Selbstständigen in diesem Zeitraum weitgehend stabil geblieben oder sogar etwas zurückgegangen. In Deutschland wagten dagegen im Schnitt zwei Prozent mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Das Einkommen der Selbstständigen ging in Europa im Durchschnitt seit Beginn der Krise um mehr als 20 Prozent zurück. „Um die Einbußen finanziell auszugleichen, arbeiteten Selbstständige mehr Stunden oder verdienten sich mit Zusatzjobs etwas dazu“, so Petra Timm, Director Communications bei Randstad Deutschland. Die Studie zeige jedoch, dass trotz aller Risiken Selbstständige generell zufriedener mit ihrem Job und ihrem Leben seien als ihre angestellten Mitbürger. Dafür, so Timm, müssten sie aber auch viel tun. Besonders Selbstständige mit eigenen Angestellten seien zwar glücklicher, aber auch gestresster.

Trotz aller Risiken sind Selbstständige generell zufriedener mit ihrem Job und ihrem Leben als ihre angestellten Mitbürger. Foto: djd/randstad/Corbis
Trotz aller Risiken sind Selbstständige generell zufriedener mit ihrem Job und ihrem Leben als ihre angestellten Mitbürger.
Foto: djd/randstad/Corbis

Politik sollte Flexibilität am Arbeitsmarkt schützen

Einen hohen Stressfaktor stellt beispielsweise die Unsicherheit in unterschiedlichen Lebensbereichen dar. In vielen Ländern sind dies etwa Unsicherheiten in puncto Krankenversicherung und Rente. „Die Politik sollte die soziale Sicherheit mehr stärken, um Selbstständigkeit attraktiver zu machen“, so Petra Timm. Denn ein gut funktionierender Markt brauche verschiedene Formen der Arbeit: „Flexibilität ist dabei unverzichtbar, um innovativ zu bleiben, und sollte politisch geschützt werden, ohne zu viele Regulierungsschranken zu setzen.“

Hohe Selbstständigkeitsrate hilft nicht beim Weg aus der Krise

(djd). In den EU-Ländern, in denen die Finanzkrise seit 2008 besonders starke Kerben am Arbeitsmarkt hinterlassen hat, sind die größten Einbrüche in Sachen Selbstständigkeit festzustellen – speziell in Italien, Griechenland, Portugal und Spanien gründeten immer weniger Menschen eine eigene Existenz. Das ergab der aktuelle Jahresbericht „flexibility@work“ der Randstad Holding. Eine hohe Selbstständigkeitsrate war für die meisten Länder der Eurozone nicht förderlich, um die Krise schneller zu überwinden, so der Bericht. Griechenland beispielsweise hatte 2014 immer noch eine vergleichsweise sehr hohe Selbstständigkeitsrate von 36,8 Prozent – dennoch lag die Arbeitslosenquote in diesem Jahr bereits bei 25,9 Prozent.



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